Hypotheken in der Schweiz

 

Hypotheken in der Schweiz noch günstiger geworden

Die Zinsen für Hypothekarkredite kennen zurzeit nur eine Richtung - nach unten. So tief waren die Hypothekarzinsen noch nie. Die weltweite Finanzkrise hat die Hypothekarzinsen auch in der Schweiz in den letzten Monaten sinken lassen.

Hauseigentümer profitieren zurzeit von einmalig tiefen Hypothekarzinsen. Die Banken liefern sich in letzter Zeit einen verbissenen Kampf um jeden Kunden. Dies und weitere Einflüsse haben dazu geführt, dass die Hypothekarkredite in der Schweiz in den letzten Monaten sogar noch billiger geworden sind. Ausserdem soll die Beliebtheit von Festhypotheken im dritten Quartal 2010 nochmals gestiegen sein. Dies alles geht aus einer Studie des Schweizerischen Vergleichsportal Comparis hervor. Comparis hat die verschiedenen Angebote der Banken und anderen Kreditanbietern analysiert und ist zum Schluss gekommen, dass die Hypothekarzinse im dritten Quartal dieses Jahres nochmals gesunken sind.

Bei den Festhypotheken konnte ausserdem eine Tendenz hin zu längeren Laufzeiten erkannt werden, meldet Comparis. Die meisten wollten laut der Umfrage eine Hypothek mit einer Laufzeit zwischen sieben und zehn Jahren. Insgesamt belief sich der Anteil dieser Hypothekart auf über zwei Drittel. Für  die Erhebung der Daten wertet Comparis die Anfragen aus, welche auf ihrer Vergleichs-Börse gestellt werden. Comparis ermöglicht es Kreditsuchenden in ihrer Hypotheken-Börse im Netz anonym Hypothekgesuche zu platzieren. Der Trend hin zur Festhypothek ist klar erkennbar. Insgesamt interessieren sich 82 Prozent der Kreditsuchenden für diese Form. Hypotheken mit kürzeren Laufzeiten scheinen in der Schweiz zurzeit nicht sehr beliebt zu sein. Obwohl insbesondere die Libor-Hypotheken zurzeit durchaus interessant sind, werden sie doch teilweise zu schier unglaublichen Konditionen angeboten. Dennoch bevorzugen viele die Vorteile einer längeren festen Laufzeit, welche insbesondere Planungssicherheit ermöglicht.  Egal ob Festhypothek oder variable Laufzeiten, festhalten lässt sich für alle Kategorien, dass die Zinse selten so tief waren wir heute. Auch heute noch hält die Schweizerische Nationalbank am rekordtiefen Leitzins von 0.25 Prozent fest. Dies bereits seit dem März 2009.

Angst vor Immobilienblase steigt

Der Einbruch bei den Immobilienpreisen in der USA hatte für das Land und die gesamte Weltwirtschaft eine verheerende Wirkung. In den letzten Jahren gab es dort einen regelrechten Bauboom, welcher die Preise für Immobilien stetig steigen liess. In einigen Regionen Amerikas hat sich der Wert von Immobilien während wenigen Jahren mehr als verdreifacht. Doch dann kam es zum Zusammenbruch des Systems. Die schlechteren Hypotheken konnten nicht mehr bedient werden. Dies führte zu Zwangsversteigerung, sinkenden Häuserpreisen und schlussendlich zur Finanzkrise. Während dieser Zeit blieben die Preise für Häuser in der Schweiz ziemlich stabil. Die nun seit langem tief gehaltenen Hypothekarzinsen führten  allerdings zu einem Bauboom. Droht nun auch in der Schweiz eine Immobilienblase? Haben auch wir in der Schweiz ein Problem mit Hypotheken? Tiefe Hypothekarzinsen führen dazu, dass Menschen vermehrt bauen  und sich den Traum vom Eigenheim leisten. Doch der Bau eines Einfamilienhauses will gut überlegt sein. Steigen die Hypothekarzinsen nämlich wieder stellt sich schnell die Frage ob eine Hypothekarschuld immer noch bedient werden kann. Zurzeit eit sieht es nicht danach aus, dass in naher Zukunft die Hypothekarzinsen in der Schweiz wieder gross steigen werden. Eine Garantie gibt es hier allerdings natürlich nicht. Solange die Banken ihre Hypotheken  weiterhin sorgfältig verteilen bestehe keine Gefahr sagen Experten. Bei einer Hypothekarberatung ist es von zentraler Bedeutung erst einmal abzuklären ob die finanziellen Rahmenbedingungen überhaupt gegeben sind. Ob der Kreditnehmer die Zinsforderung der Bank auch noch bedienen kann, wenn die Zinsen in Zukunft steigen werden. Dieses Risikopolster ist von zentraler Bedeutung. Nicht nur für den einzelnen Schuldner sondern für das ganze System. Es muss verhindert werden, dass bei einem leichten Anstieg der Zinssätze gleich eine Reihe von Krediten nicht mehr bedient wird,  und dies zu Liquiditätsproblemen beim Kreditgeber führt.

Zurzeit sind sich viele Experten in der Schweiz sicher,  dass hierzulande keine Immobilienblase existiert. Allerdings gibt es auch kritischere Stimmen, die insbesondere ins Feld führen, dass die Banken momentan zu lasch Vorgehen bei der Bonitätsprüfung der verschiedenen  Hypothekargesuche. Die Finma, Aufsichtsbehörde der Banken in der Schweiz möchte diese in Zukunft genauer unter die Lupe nehmen und ihre Kontrollen intensivieren. Laut Zeitungsberichten sollen die Banken immer öfter von den Vergabekriterien bei Hypotheken abweichen und so ein unverhältnismässig grosses Risiko eingehen. Gegenüber der Zeitung ?Sonntag? erklärte der Finma-Sprecher Tobias Lux, man habe die Kontrollen im Hypothekarbereich intensiviert und führe nun zusätzlich zu den Sonderprüfungen durch Prüfgesellschaften auch Inspektionen vor Ort durch Finma-Mitarbeiter durch.
Die Aufsichtsbehörde hat laut dem Zeitungsbericht festgestellt, dass einige Banken immer öfters von den Vergabekriterien abweichen und beispielsweise die Berechnung der Tragbarkeit einer Hypothek bewusst vernachlässigen, oder den Eigenkapitalanteil senken.
Die Finma hat gemäss ihrem Sprecher allerdings keine breite Missachtung der Regeln zur Vergabe von Hypotheken festgestellt, es habe sich aber ergeben, dass Banken in letzter Zeit vermehrt Sonderkonditionen bei Hypotheken gewähren.

Hypothekarwettbewerb in der Schweiz wird härter

Es lässt sich relativ einfach erklären, wieso vermehrt von den bisher bewährten Vergabekriterien abgewichen wird. Einige Banken versuchten in letzter Zeit mit einem Aggressiven Akquirierungsprozess neue Hypothekarkunden zu gewinnen und anderen Banken solche abzuwerben. Wie so oft funktioniert dies hauptsächlich über den Preis.

So wurde bei den Zinsen unten hineingeschlagen. Vergeben die Banken Hypotheken zu geringeren Zinssätzen so gehen sie ein grösseres Risiko ein. Kommt es später zu Zahlungsausfällen, beispielsweise aufgrund von steigenden Zinsen, kann dies zu Problemen bei den Banken führen. Dieses Problem hat auch die Finma erkannt. Dies ist mit ein Grund, weshalb es der Schweizerischen Nationalbank schwerfallen dürfte den Leitzins bald wieder nach oben zu korrigieren. So gehen dann auch die meisten Banken davon aus, dass die Hypothekarzinsen noch für eine relativ lange Zeit auf einem sehr tiefen Niveau verharren werden.

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