Hypotheken in der Schweiz

 

Hypotheken in der Schweiz bleiben billig

Die Hypothekarzinsen in der Schweiz verharren auf sehr tiefem Niveau. Auch im Jahr 2009 ist der Zinssatz für Hypotheken nicht gestiegen. Die Hypothekarzinsen bleiben laut comparis unverändert.

Der Vergleichsdienst Comparis.ch legt immer wieder einen Hypothekenbarometer vor, welcher aus anonym ausgewerteten Daten der Hypothekenbörse von Comparis gewonnen werden. Daraus geht hervor, dass sich die Zinsen bei den Festhypotheken im letzten Jahr kaum verändert haben und auf historischen Tiefstwerten verharren. Im Durchschnitt bezahlt man für eine Festhypothek mit einer Laufzeit von fünf Jahren einen Zins von 2.6 Prozent. Das ist gleich viel wie im Vorquartal. Die Zinssätze für zehnjährige Hypotheken sind gar leicht zurück gegangen. Laut Comparis muss man bei Festhypotheken mit einer Laufzeit von zehn Jahren zur Zeit mit einem durchschnittlichen Zinssatz von 3.4 Prozent rechnen, dies ist gut 0.1 Prozent weniger. In einer Mitteilung schreibt Comparis, dass aufgrund der tiefen Hypothekarzinsen viele Immobilienbesitzer nun langfristige Finanzierungslösungen anstreben und sich so auch für einen längeren Zeithorizont die tiefen Zinssätze sichern wollen. Dies zeige sich vorallem an der grossen Nachfrage nach Festhypotheken. Kurzfristige flexible Hypotheken stossen hingegen auf ein deutlich geringeres Interesse. Der Durchschnittszinssatz bei variablen Hypotheken betrage wie ein Quartal zuvor 2.7 Prozent. Nur gerade etwa 4 Prozent der Hypothekengesuche würden auf variable Hypotheken entfallen. Etwas stärker gesucht werden Libor-Hypotheken. Hier beträgt die Nachfrage in der Schweiz laut Comparis gut 7 Prozent. All diese Daten stammen aus der Hypotheken-Börse von Comparis, welche vom Vergleichdienst anonym ausgewertet wurden.

Hypothekarzinsen wohl noch länger tief

Irgendwann werden die Zinssätze wieder steigen, darin sind sich die Experten einig. Es ist kaum anzunehmen, dass die Hypothekarzinsen auf dem momentan historisch tiefen Niveau verharren werden. Die grosse Frage ist vielmehr, wann dies der Fall sein wird. Im momentan schwierigen Wirtschaftsumfeld ist kaum anzunehmen, dass die Nationalbank die Leitzinsen erhöhen wird. Irgendwann wird dies diesen Schritt allerdings vornehmen müssen um eine Inflation zu bekämpfen. Immobilienexperte Fredy Hasenmaile von der Credit Suisse erklärte gegenüber dem Tagesanzeige, man rechne mit einen Ende der Tiefzinsphase in der zweiten Jahreshälfte 2010. Noch genauere Prognosen wagt die ZKB. Die Zürcher Kantonalbank erklärte gegenüber dem Tagesanzeiger, man rechne mit einer Zinserhöhung der Schweizerischen Nationalbank im September. Mit einem Anstieg des Leitzinsen werde auch die Zinsen für Hypotheken in der Schweiz wieder ansteigen. Sollte man deshalb die Hypotheken nun fixieren und auf längere Laufzeiten setzen? Ja und nein längerfristige Hypotheken bergen auch Gefahren in sich. Bei einer vorzeitigen Auflösung der Hypothek können hohe Kosten anfallen. Ein solcher Fall könnte beispielsweise bei einer Scheidung und einem damit verbundenen vorzeitigen Hausverkauf eintreten. Eine vorzeitige Auflösung einer Hypothek kann schnell einmal mehr als zehntausend Franken kosten. Eine Alternative zu Festhypotheken stellen Geldmarkthypotheken mit einer  Zinsobergrenze dar. Sie verbinden die Möglichkeit von den momentan tiefen Hypothekarzinsen zu profitieren und trotzdem für die kommenden Jahren eine Planungssicherheit zu bekommen. Beispielsweise könnte man eine Geldmarkthypothek mit einer insbindung von sechs Monaten wählen. Eine solche Hypothek kriegt man in der Schweiz zur Zeit für Zinsen zwischen 1.5 und 1.7 Prozent. Der ganze  Rahmenvertrag läuft meistens über drei bis fünf Jahren. Bei einer vorzeitigen Auflösung einer solchen Geldmarkthypothek entstehen keine hohen Kosten. Mit dem Abschluss der Hypothek schliesst man eine Versicherung ab, die einspringt sollten die Zinsen einen gewissen Satz übersteigen. Eine solche Zinsabsicherung wirkt wie eine Art Festhypothek. Selbstverständlich muss eine solche Versicherung auch bezahlt werden. Die Kosten sind allerdings relativ gering. So muss man mit einer einmaligen Zahlung von gut 4.25 Prozent des Gesamtbetrages rechnen, schreibt der Tagesanzeiger. Das sind bei einer zehnjährigen Laufzeit gerade einmal 0.425 Prozent pro Jahr. Ob sich eine solche Kombination von Geldmarkthypothek und Versicherung lohnt kommt auf die zukünftige Zinsentwicklung an. Lohnenswert ist sie vorallem in dem Fall, indem die Zinsen weiterhin auf einem sehr tiefen Niveau bleiben und erst in einigen Jahren steigen. Ein solches Szenario gilt zur Zeit als das am wahrscheinlichste, dürften sich die Nationalbanken davor hüten die Zinsen rasant ansteigen zu lassen, da man befürchtet damit das Wachstum in der Realwirtschaft erneut abzuwürgen. Für Neuabschlüsse von Hypotheken ist eine solche Kombination also zur Zeit sehr interessant.

Nachfrage bei variablen Hypotheken zur Zeit sehr gering

Im Moment ist die Nachfrage nach variablen Hypotheken in der Schweiz vernachlässigbar klein. Laut einer Erhebung des Vergleichsdienst Comparis interessieren sich gerade einmal gut fünf Prozent der potentiellen Hypothekarkunden für eine solche Hypothek. Der Grund ist vorallem in den momentan historisch tiefen Zinssätzen von Festhypotheken zu suchen. Gegenwärtig bezahlt man für eine variable Hypothek in der Schweiz einen Zinssatz von zwischen 2.5 und 2.75 Prozent, Festhypotheken über fünf Jahren kriegt man zur Zeit zu besseren Zinssätzen.

Finma will Hypothekarmarkt unter die Lupe nehmen

Die Bankenaufsicht Finma will Medienberichten den Schweizer Hypothekenmarkt unter die Lupe nehmen. Gegenüber der Sonntagszeitung erklärte Philipp Hildebrand es bestehen gewisse Befürchtungen dass auf dem Markt mit Hypotheken zu gewissen Verzerrungen komme. Angeblich soll die Schweizer Grossbank UBS mit sehr tiefen Hypothekarzinsen um neue Kunden werben. Die tiefen Zinsen würden zu einer zu grossen Anzahl von Neubauten führen, was schlussendlich in einer Immobilienblase enden würde, so die Befürchtung. Eine solche Überhitzung des Schweizer Immobilienmarktes können Experten zur Zeit noch nicht feststellen. Gegenüber dem Tagesanzeiger erklärte Lorenz Heim vom Vermögenszentrum, dass es dafür in der Schweiz zur Zeit keine Hinweise gebe. Hildebrand schwächte seine Aussage ab und gab an, man habe keine konkreten Hinweise, es sei allerdings normal, dass bei tiefen Hypothekarzinsen Übertreibungen drohen. Experten werten die Aussagen als Angriff auf die Grossbank UBS und die Raiffeisenbanken. Um Marktanteile im zur Zeit schnell wachsenden Hypothekengeschäft zu gewinnen sollen diese beiden Banken sehr tiefe Zinssätze anbieten. Angeblich soll die UBS Hypotheken zu Zinssätzen anbieten, welche sich unter den risikogerechten Sätzen befinden. Der Tagesanzeiger schreibt mit Hinweis auf einen Hypothekenexperten, es scheine als ob die Grossbank versuchen würde mit allen Mitteln im Hypothekargeschäft zu bleiben. Tiefe Hypothekarzinsen wirken auf den ersten Blick sehr attraktiv. Für die Konsumenten sind sie auf kurze Sicht auch sehr positiv zu werten, wird doch die finanzielle Belastung für einen Hauskauf deutlich geringer. Auf die lange Sicht hingegen droht eine Überhitzung des Immobilienmarktes und damit eine Blase in diesem Bereich. Wie verheerend einbrechende Immobilienpreise sein können hat man an der Suprime-Krise gesehen. Sinkende Immobilienpreise haben dazu geführt, dass viele Kreditnehmer in Amerika ihre Hypotheken nicht mehr bezahlen konnten, was schlussendlich auch die Banken in eine tiefe Krise gerissen hat und damit die Gesamtwirtschaft. Auch in der Schweiz könnte ähnliches drohen. Anfangs der Neunzigerjahre hat die Schweiz eine schwere Immobilienkrise erlebt. Drastisch fallende Immobilienpreise könnten auch in der Schweiz über Nacht zu einer Überschuldung der meisten Haushalte führen. Schliesslich steckt bei den meisten Schweizern ein Grossteil des Vermögens in den eigenen vier Wänden. 

 

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